Viele Grüße aus dem Trainingsalltag

Während die meisten unter euch bestimmt die wohlverdiente Trainingspause genießen und im Zweifel das tolle Herbstwetter für Genussfahrten nutzen, bin ich noch – oder besser gesagt schon wieder – voll im Training. Eine OP Ende Oktober mit Zwangspause über sechs Wochen zwingt mich dazu.

Des einen Leid, des anderen Freud. Immerhin darf ich gerade zu nahezu optimalen Bedingungen trainieren. Die Sonne zeigt sich in diesem Herbst von ihrer schönsten Seite, der Wind baut sich auch (noch) nicht wie eine Wand auf und die Temperaturen eigenen sich hervorragend für längere Ausfahrten.

Gar nicht so einfach war es aber mental wieder auf Training umzuschalten, habe ich doch nach der Trans Zollernalb die Umfänge planmäßig stark reduziert, um dann nach meinem letzten Rennen in Bücher zu pausieren. Aber ein diagnostizierter Nabelbruch wirft die gesamte Vorbereitung durcheinander. Also heißt es jetzt vortrainieren, um den kommenden Leistungsverlust durch die Pause zu mildern und zu hoffen, dass auch nach der langen Pause genug Motivation vorhanden ist mein Training so fortzusetzen, wie es derzeit läuft. Denn wenn es an einem nicht mangelt, dann ist es Trainingsmotivation.

IMG_6259.JPGCheers, macht ihr mal eine Kaffeepause und ich mache Rollentraining. :-)

Wenn ihr dann Anfang November ins Training startet, dann beginnt für mich die Zeit des Wartens. Warten auf die erste Trainingseinheit nach der Operation. Bis dahin habe ich mich aber schon einmal grundlegend mit neuer Radsport Literatur versorgt. Darüber und über die Pläne für 2015 gibt es dann sicherlich hier im Blog einiges zu lesen. Aber bis dahin muss ich erst einmal trainieren.

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Trainingsrückblick September

Der September läutete dieses Jahr das Saisonende ein. Mit der Sparkasse Trans Zollernalb stand zur Monatsmitte mein letzter Saisonhöhepunkt an, zuvor sollte ich in zwei Tapering Wochen meine Form halten. Am Ende war sowohl der Sebamed Bike Day als auch die STZ ein Erfolg.

Drei Schlüsseleinheiten waren bis zum Sebamed Bike Day in den ersten 12 Tagen des Monats geplant. Zuerst standen Höhenmeter sammeln auf dem Programm. Ein Schwellentraining sollte im Flachland noch einmal mehr als 1000 Höhenmeter einbringen, Zeitverbesserungen an der Sophienhöhe von knapp zwei Minuten steigerten dazu noch das Selbstvertrauen.

Vier Tage später ging es für fünf Stunden mit dem Rennrad in die Eifel. Ich fühlte mich gut und konnte aus dem Fahrtspiel viel positive Energie schöpfen. Die letzte intensive Einheit folgte weitere drei Tage später auf dem Mountainbike über die regionalen Trails Richtung Holland. Zahlreiche persönliche Bestleistungen bestätigten mein Gefühl, dass die Form zum Höhepunkt passt.

Der Sebamed Bike Day verlief dann zufriedenstellend. Auf der Langdistanz (mit 60km eigentlich eher ein Mittelstrecken Rennen) konnte ich mein Ziel unter drei Stunden zu bleiben erreichen und trotz Rheinland Pfalz Meisterschaft konnte ich mich unter die Top 100 platzieren. Die letzten drei Tage bis zur Abreise nach Süddeutschland waren moderat und auf Regeneration aufgebaut.

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Wehebachtalsperre bei Schevenhütte in der Eifel.

Bei der Trans Zollernalb lief dann auch alles prima im Vergleich zum letzten Jahr eine deutliche Leistungssteigerung. Gefühlt habe ich auf der dritten Etappe zu wenig aus mir herausgeholt aber mit dem Endergebnis bin ich zufrieden.

Zwei weitere Regenerationseinheiten unter der Woche und dann folgte sogar noch der fünfte Renntag im Monat. Beim Wilde Endert Marathon folgte dann mit Platz 49. (AK 13) ein super Ergebnis, wenn auch das Rennen selbst wirklich scheusslich war. Ich spürte in der Rennmitte deutlich die Vorbelastung aus der Zollernalb. Aber es lief.

Mit den drei Schlüsseleinheiten und den kürzeren regenerativen Einheiten dazwischen bin ich in der Taperingphase wirklich gut gefahren. Meine Trainingsmotivation war ist aber auch sehr fokussiert gewesen und verfolgte zu diesem Zeitpunkt schön weitere Ziel im Hinblick auf das neue Jahr.

Im Oktober sollte eigentlich pausiert werden, jedoch muss ich Operationsbedingt ein erstes Aufbautraining einschieben. Dazu dann zum Monatsende mehr.

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Danny MacAskill: The Ridge

Während Stefan mit tausenden Anderen beim Münsterland Giro sein wohl letztes Straßenrennen 2014 bestreitet, möchte ich euch das neue Video von Trail Ikone Danny MacAskill ans Herz legen.

Das in den Cuillin Mountains (Schottland) gedrehte Meisterstück ist etwas anders als bisher veröffentlichten Videos von Danny Mac. Der Fokus von The Ridge (dt. Der Grat) liegt weniger auf seine Trickkünste, sondern auf eine gewaltige Bildsprache mit atemberaubenden Weitwinkelsequenzen.

Höhepunkt ist die Besteigung eines Grats in den Cuillin Mountains und den dazugehörigen Hubschrauber Aufnahmen.

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11. Wilde Endert Marathon

Spätsommerlich ist das Schlagwort für den heutigen Tag! Bei spätsommerlichen Temperaturen und spätsommerlicher Form startete ich beim 11. Wilde Endert Marathon im Rahmen der Dr. Cannondale Sebamed MTB Challenge auf der Mitteldistanz (57km, 1200hm) in Büchel. Mit absolut Langschläfer tauglicher Startzeit von 11:30 Uhr. So klingelte der Wecker nicht wie üblich an Renntagen um 5:00 Uhr, sondern absolut wohlgesonnen um 06:45 Uhr. Spätsommerlich wohlgesonnen.

Richtig voll war es heute mittag im Startblock, über 150 Fahrer trafen sich zum Mittelstreckenmarathon. 2013 schafften es bei 5° Grad Außentemperatur keine 100 Fahrer an die Startlinie. Und das bei strahlenden Sonnenschein und fast 25 Grad in der Sonne. Perfektes Wetter für das letzte Rennen der Saison.

Büchel ist unweit vom Müllenbach Tal mit dem Steinbruch “Maria Schacht” entfernt, dem Highlight der Strecke durch das Enderttal. Drei Mal geht es hinab in das Tal und immer wieder mäßig steil bergauf über das Hochkreuz und den Höchstberg. Die Streckencharakteristik ist einfach und schnell, nur um Maria Schacht gibt es wirklich schöne Trails zu befahren. Die übrigen 50 Kilometer verbrachten wir auf ausgefahrenen Wiesen, Forstwegen und ein bisschen Asphalt war auch dabei.

Am Ende konnte ich mich als 49. unter die Top 50 platzieren, in meiner AK verpasste ich als 13. die Top 10 um ein paar Minuten. Die Trans Zollernalb spürte ich heute doch noch ordentlich in den Beinen. Spaß hast trotzdem gemacht und die Zeitverbesserung ermutigt natürlich für 2015.

War das Tempo bereits im letzten Jahr sehr hoch, wurde in diesem Jahr (die Temperaturen waren fast 20 Grad wärmer) dem Ganzen noch eine Schüppe drauf gesetzt. Nach 2:26h war das letzte Rennen für mich bereits Geschichte (2013: 2:37h), obwohl meine spätsommerliche Form schon fast herbstlich war. Erst nach 30km kam ich besser in Fahrt und konnte an den letzten beiden Anstiegen ein bisschen Ergebniskorrektur betreiben, nachdem ich zuerst dem Tempo gut folgen mich dann aber im zweiten Anstieg habe abhängen lassen. Da war schon fast Winter in den Beinen.

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#STZ 2014: Schlammschlacht zur Final Stage

Ich bin wieder zurück aus dem Hohenzollernalb Kreis. Gestern ging die Sparkasse Trans Zollernalb mit der dritten Etappe von Straßberg nach Hechingen zu Ende.

Bereits der frühe morgen sorgte für ein Motivationsloch, denn es regnete in Strömen. Na toll, beste Voraussetzungen für eine Menge Spaß. Nicht. Als wir in Straßberg ankamen sah man auch überall erst einmal Regenjacken.

Zum Start zeigte sich der Hohenzollernalbkreis von seiner schönsten Seite und die Sonne strahlte auf die 500 Mountainbiker, die den Start kaum noch erwarten konnten. 72km, 1500hm standen auf dem Programm der Abschlussetappe.

Fast schon gemütlich rollten wir entlang des Radwegs zurück nach Albstadt. Das Feld blieb zusammen, was die Spitze für Selfie-Fotos nutzte. In Albstadt kam der erste Anstieg und das Feld zerteilte sich. Ich kam so lala hoch, behauptete aber wieder meine Position bei Hans Jürgen Ammann (Sparkasse Zollernalb).

IMG_6095.JPGRutschig waren die Wiesen nach drei Regentagen im Zollernalbkreis, wie bei km16 in Straßberg

Knapp 40min später erreichten wir wieder Straßberg (16km) und von nun an ging es 30km mehr oder weniger bergan, immer wieder kleine Stiche und Rampen stellten sich in den Weg. Beim einsetzenden Regen und dem sowieso schon aufgeweichten Boden sehr unangenehm. Auf den langen flachen Zwischenstücken zerkleinerte sich unsere Gruppe immer weiter durch Windkanten, selten im MTB Sport das so intensiv miterlebt.

Im letzten Drittel des Rennens fehlte der Flow. Vor mir waren zwei Fahrer zu weit weg, hinter mir drei Fahrer ebenfalls alleine unterwegs. Also ging es für rund 20km alleine gen Hechingen. Im letzten Anstieg kam dann eine etwas größere Gruppe, an die ich mich fest biss. In der Abfahrt versteuerte ich mich ließ eine weitere Gruppe heran, um auf den letzten 2km nach Hechingen Windschatten zu haben. Im Zick-Zack vor dem finalen Sprint verbesserte ich meine Position in der Gruppe auf Platz 3 und konnte dann den Schlossplatz hinauf noch Platz 81 retten. Geschafft. Damit war die Trans Zollernalb zum zweiten Mal Geschichte.

IMG_6096.JPGMit Puls 186 in die letzten 400m.

Mit Platz 77. Gesamt und 28. AK kann ich auch mehr als zufrieden sein. Die 12 Sekunden von der Gesamtfahrtzeit über 10:00:12 Stunden habe ich bei den Defekten auf der zweiten Etappe verloren. Letztendlich macht dies aber das Ergebnis noch besser :-)

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#STZ 2014: Viel Leiden während Stage 2

Königsetappe der Sparkasse Trans Zollernalb, 82km und 2200hm von Balingen zur Weltcupstation in Albstadt.

Quälen, Qualen, quälen war das Motto der heutigen zweiten Etappe. Direkt vom Start weg gab es ein stetiges auf und ab, dabei waren die Anstiege länger und steiler als gestern. Mehr Frequenz und weniger drücken.

Vom Start weg kam ich gut in Tritt und biss mich in einer Gruppe fest, aus der das spätere Podium der M4 Altersklasse bestand. Bei sonnigen 24 Grad war die Strecke wegen der andauernden Regenschauer über Nacht noch mehr aufgeweicht. Der vorausgesagte Regen blieb stattdessen aus. In den schlammigen Trails musste unsere Gesamte Gruppe dann auch eine Bodenprobe nehmen. Aber es ist alles gut gegangen.

IMG_6066.JPGAnstieg nach Meßstetten, im Schnitt 12% steil. Das tat nach 63km unglaublich weh.

Der Anstieg in Meßstetten bei km63 brach mir dann die Beine. Kurz vor den Top 60 war ich bis dato prima platziert. Nicht enden wollende 500m waren grausam. Dabei hörte ich ein leichtes Pfffffffff von vorne, so dass ich dann wenig später mein Vorderrad vorsichtshaltbar nachpumpte. Im letzten Anstieg des Tages zerteilte sich unsere Gruppe und ich konnte meine Position nicht halten. Von hinten zog eine weitere Gruppe vorbei. Da ging nicht mehr viel.

2km vor dem Schluss kurz vor dem letzten Gegenstich hielt ich weitere Verfolger auf Abstand, als ich mich verschaltete und der folgende Kettenklemmer wertvolle Zeit und 15 Positionen kostete. Verdammt ärgerlich, denn ich war auf unter 4:10h unterwegs, am Ende war ich nach 4:17h im Ziel. Platz 85. / 26. AK.

In der Gesamtwertung habe ich fünf Plätze verloren statt nach vorne zu klettern. Aber als 82. ist das Ziel Top 100 nach wie vor erfüllt. Auf der letzten Etappe von Albstadt nach Hechingen sollte ich meine Position verteidigen können.

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#STZ 2014: Harte Arbeit während der 1. stage

Während vorne Stiebjohann (Team Bulls) den Sprint der Profis auf der ersten Etappe der Trans Zollernalb im Stadtzentrum von Balingen nach 1:55 Stunden gewann, kämpfte ich noch im Hauptfeld um eine gute Ausgangsposition in der Hobbyklasse.

Bei sonnigen 24 Grad versammelten sich rund 500 Mountainbiker in Bad Imnau zum Start der Trans Zollernalb. 59km und 1100hm standen auf dem Programm.

Über Nacht wurde die Strecke ordentlich aufgeweicht, so dass im Briefing auch auf die teils sehr rutschigen Verhältnisse hingewiesen wurde. Dies sollte sich gerade im letzten Drittel auszahlen.

Um 14 Uhr ging es dann los. Die ersten aufsteigenden Kilometer liegen gut, ich musste nicht in den roten Bereich und hielt mich wacker in eine der vorderen Gruppen. Erst nach 11km in der – gefühlt – längsten Steigung der Etappe wurde die Gruppe gesprengt und ich fiel etwas zurück. Es tat dann jetzt auch ordentlich weh, denn die kurzen Rampen wurden meistens im Wiegetritt hochgedrückt.

Nach 16km setzte Regen ein, gerade in der Abfahrt gar nicht so gut. Aber wir fuhren behutsam. Bis nach Bickelsberg (Depot 2, km31) wurde es dennoch eine Tortour. Aber irgendwie Biss ich mich in einer vierer Gruppe fest und erreichte Bickelsberg unter 1:20h, ich war also schneller als letztes Jahr.

IMG_6046.JPGKm31, Depot 2 in Bickelsberg.

Von jetzt wurde das Tempo aber noch einmal deutlich erhöht. Waren doch bereits 2/3 Drittel der Steigungsmeter absolviert. Ich profitierte zwei Mal von den Fehlern der Anderen, denn auf der rutschigen Straße musste man dosiert in Kehren antreten, wenn man auf der Straße bleiben wollte bzw. dosiert Kurven anbremsen. In der hektischen Schlussphase verkleinerte sich unsere etwas angewachsene Gruppe dadurch wieder auf drei Fahrer.

Ich bog als letzter in den letzten Wiesenabschnitt, Vorteil denn ich erwischte die trockenste Linie und fuhr als erster aus dem Gelände in die Stadt. Der kurvenreiche Parcours bot wenig Überholmöglichkeiten und so konnte ich mich gegen die Mitstreiter knapp nach 2:29h durchsetzen.

1 Minute schneller als im letzten Jahr und das, obwohl die Witterungsverhältnisse wesentlich schlechter waren. Am Ende reichte es für Platz 77 (AK27) und ich gehe mit 7 Minuten Vorsprung auf eine Top100 Platzierung in die zweite Etappe. Beruhigend irgendwie, wo ich doch um die morgigen Schwierigkeiten Bescheid weiß. Über 80km und 2300hm warten auf der Königsetappe. Regen gibt’s gratis dazu.

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