Die Tour de France läuft seit über einer Woche und nach dem Zeitfahren am Montag sind die Abstände im Gesamtklassement ordentlich durcheinander geraten. In diesem Jahr sind die starken Zeitfahrer und Allrounder im Vorteil gegenüber den Kletterern, die aufgrund der wenigen Bergetappen bisher und auch in den kommenden anderthalb Wochen weniger ins Rampenlicht rücken. Zumal ein weiteres Zeitfahren im Tour-Programm wartet.
Die Tour Berichterstattung ist in diesem Jahr sehr ausgeprägt, das Interesse an der größten Rundfahrt steigt wieder an. Eurosport überträgt täglich mehrere Stunden live, viele Blogs und Nachrichtenseiten gesellen sich dazu und runden die Berichterstattung ab. Mir gefällt das gut.
Was allerdings etwas untergeht sind die Leiden der Fahrer. Die Tour ist anstrengend, jeder der schon einmal sportlich Rennrad oder Mountainbike gefahren ist, kann das nachvollziehen. Drei Wochen jeden Tag im Sattel mit Ausnahmen der beiden Ruhetage, wo die Profis aber trotzdem aufgrund des Rhythmus im Sattel bleiben.

(Bildquelle: Cyclingfans.com)
Und dann gibt es noch die Fahrer, die mit Brüchen oder anderen Verletzungen sich durch die Etappen quälen. Tony Martin ist jetzt ausgestiegen, fuhr aber fast eine Woche mit einem gebrochenen Kahnbein in der Hand. Während man fast täglich über Martins Gesundheitszustand informiert wurde, ist zum Beispiel der Sturz von Wout Poels in den Hintergrund geraten.
Im Hauptfeld der sechsten Etappe ist Wout Poels gestürzt, fuhr nach ärztlicher Erstversorgung trotz Milz– und Nierenriss, Rippenbrüchen und Lungenquetschung noch 10km weiter. Unfassbar, was das für Schmerzen gewesen sein müssen. Poels wäre noch weiter gefahren, wenn sein Teammanager ihn nicht — richtigerweise — aus dem Rennen genommen hätte.
Ich habe schon Respekt vor den Leistungen der gesunden Fahrern im Feld, egal ob Gewinner oder erster Verlierer. Aber wie sehr sich einige Profis mit Verletzungen gehandicapt durch die Tour quälen müssen, dass ist unfassbar. Wenn ich so etwas lese, bin ich froh nur Hobbysportler zu sein und keinerlei Verpflichtung zur Teilnahme an Rennen mit Sponsoren oder Teams eingehen muss.
Auch wenn Doping nach wie vor ein Thema im Radsport ist, sollte man trotzdem den Respekt vor den Leistungen nicht verlieren.
